Der Mistral ist ein kalter Fallwind aus nordwestlicher Richtung. Für Segler birgt er so manche Gefahr. Er weht besonders an der Mittelmeerküste der Balearen, von Frankreich und Sardinien. Auch der Golfe du Lion liegt hier und gilt durch den Mistral als eines der stürmischen Segelgebiete.
Der Mistral tritt zu jeder Jahreszeit auf und zeigt sich besonders im Frühjahr, Herbst und Winter mit durchschnittlich acht bis zehn Beaufort sowie auch mit orkanartigen Böen von elf Beaufort. Im Sommer ist er etwas milder, weht jedoch auch mit Stärken bis zu acht Beaufort.
Begleiterscheinung: starker Temperaturabfall
Er stellt sich ein, wenn hoher Luftdruck über dem Atlantik herrscht und gleichzeitig ein Tief über dem Golf von Genua liegt. Typischerweise tritt der Mistral auf, wenn sich ein Hochdruckgebiet vom Atlantik aus über die Biskaya verlagert und sich gleichzeitig ein Tief über Nord- und Osteuropa befindet. Durch das Geländerelief zwischen den Cevennen und dem westlichen Alpenbogen wird er verstärkt. Er breitet sich zum größten Teil in der Provence aus und zieht über Lyon bis nach Marseille. Auch die Inseln Korsika und Sardinien sind betroffen.

Der Mistral kann zu Beginn recht sanft und noch relativ warm wehen. Jedoch wird er nach einigen Stunden oder Tagen zu einem immer stärkeren Wind aus nordwestlicher Richtung. Außerdem ist ein erheblicher Abfall der Temperatur in dem Gebiet zur verzeichnen.
Unterscheidung zwischen weißem und schwarzem Mistral
In den Mittelmeerregionen kennt man etwa 32 Winde aus den verschiedenen Himmelsrichtungen. Der Mistral ist der direkt aus dem Nordwesten wehende Wind. In den verschiedenen Regionen hat er andere Namen, aber ist allgemein unter Mistral bekannt.
Es wird zwischen Mistral blanc und Mistral noir unterschieden. Der „weiße“ Mistral führt keinen Niederschlag mit sich, während der „schwarze“ Mistral tiefhängende Wolken und schwere Niederschläge mit Schnee oder Hagel mit sich trägt.
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